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Ein beispielhafter Journalist
Der Gottesknecht
Manuel Lozano Garrido
Vereinigung Freunde „Lolos
Manuel Lozano Garrido, LOLO, von Jugend an Mitglied der Katholischen Aktion, Schriftsteller und Journalist, gelähmt -und blind – mehr als 28 Jahre im Rollstuhl
Als in Madrid die Biographie Lolos vorgestellt wurde, sagte Kardinal Javierre: „Ich weiß um die Vorliebe des Papstes für die Jugendlichen und Kranken, und deshalb kann ich mir die Freude vorstellen, die Johannes Paul II bewegen wird, wenn er Lolo willkommen heißt und in die Versammlung der Heiligen eingliedert...“ Und er fügte hinzu: „Es ist nicht schwer, die Freude zu erahnen, die Johannes Paul II erwartet, wenn er einen Schwerstbehinderten zu den Ehren Berninis aufsteigen sieht. Es ist angebracht, dass die Versammlung der Heiligen die Treppen in eine Rampe verwandelt. Soweit ich weiß, gibt es noch keinen Präzedenzfall für einen solchen Aufstieg im Rollstuhl. Deshalb ist die Vorstellung bewegend, dass die Vorsehung für Lolo das Privileg reserviert hat, der Erste zu sein“.
1. Aber – wer ist Lolo?
Lolo war schon in jungen Jahren Mitglied der Katholischen Aktion. Er wurde1920 in Linares (Jaen, Spanien) geboren. Mit 22 Jahren begann eine fortschreitende Lähmung, die ihn an einen Rollstuhl fesselte, und ihn bald völlig gelähmt werden ließ. Die letzten neun Jahre seines Lebens verbrachte er dazu gänzlich erblindet.
Lolo war ein der Welt zugewandter junger Mann, und er war ein Christ, der das Evangelium ernst nahm. Oder wie es Martín Descalzo sagte: „Er widmete sich dem Christsein. Seine Widmung wares zu glauben.“ Er nahm das Evangelium so ernst, dass eines Tages Bruder Robert von Taizé die Begegnung mit ihm suchte. Er sah Lolo und hörte ihn. Er betrachtete den verkümmerten, gelähmten Körper. Und er nahm eine Füllfederhalter und schrieb auf den Schirm der Lampe, die den Tisch erleuchtet, an dem Lolo arbeitet: „Lolo, Sakrament des Schmerzes.“
Dieser junge Mann der Katholischen Aktion, der eine unerschütterliche Freude ausdrückte in seinem beständigen Lächeln, der ein ‚Schmerzensmann’ war und dennoch Sämann der Freude für Hunderte von Jugendlichen und Erwachsenen, die ihn um Rat aufsuchten, hatte ein Geheimnis: („Das Geheimnis des Lolo“ ist der Titel einer Biographie für Kinder in Bildern, herausgegeben von Blanca Aguilar)
2. Was ist das Gehimnis von Lolo, das ihn die Schmerzen mit Freude leben ließ?
(Die Freude in Schmerzen gelebt, Biographie von Lolo)
Lolo war als junger Mensch ein Freund des Sportes und der Natur; er hatte Spaß an seinen kindlichen Streichen und noch mehr am spielerischen Sein der Jugend, als er sich dem Leben öffnete und sich zu wünschen begann, die Welt im Apostolat zu erobern.
Im Jugendzentrum der Katholischen Aktion in Linares hat er sich in den 30ger Jahren des 20.Jh. zum Apostel herangebildet. „Für ihn war die Katholische Aktion alles.“
In der Katholischen Aktion lernte er die begeisterte Liebe zur Jungfrau Maria. Über sie schrieb er im Laufe von 28 Jahren als schwerstbehinderter Schrifsteller und Journalist. wunderbare Seiten voll von Zärtlichkeit und kindlicher Liebe.
In der Katholischen Aktion formte sich seine eucharistische Leidenschaft, die ihn für sein Leben geprägt hat. Davon geben uns seine Schriften über Fronleichnam oder Gründonnerstag und das Priestertum Zeugnis. Schon gelähmt, machte er während seiner Arbeit als Schriftsteller eine Pause auf dem Balkon – auf dem Balkon seines Hauses, das der Pfarrkirche Santa María von Linares gegenüber lag, in der er getauft wurde und in der heute seine sterblichen Reste ruhen – und sagte: „ Jetzt werde ich mit Ihm, von Angesicht zu Angesicht vor dem Tabernakel, ein Schwätzchen halten.“
3. Die eucharistische Erfahrung Lolos, die ihn zu seiner Jugendzeit in einen anderen „Tarsicius“ verwandelte, indem er während des Krieges heimlich die Eucharistie mit sich trug, wurde noch tiefer, als er eine Nacht von Gründonnerstag auf Karfreitag im Gefängnis verbrachte, den Herrn in der Eucharistie anbetend, die man ihm, versteckt in einem Blumenstrauß hatte zukommen lassen. Die Eucharistie prägte Lolo bis ins Mark. Wie schön beschreibt das Martín Descalzo: „Messe im Haus von Manolo“!; weil Lolo, nachdem er erkannt hatte, was die Eucharistie für das Leben der Kirche und das eines jedes Christen bedeutet, nicht mehr leben konnte ohne täglich am gleichen Tisch mit Gott zu sitzen. Und von daher ist eines seiner Bücher betitelt: „Runder Tisch mit Gott .“ Die Eucharistie ist für Lolo Stärke in seiner Schwachheit und Freude in seinen Schmerzen, Quelle seines apostolischen Einsatzes und seiner Feder.
4. Apostel
In Zeiten von Feindseligkeit dem Glauben gegenüber und sogar Verfolgung war Lolo als junger Mann apostolisch engagiert. Er bereiste die Dörfer, um für die Katholische Aktion zu werben und zögerte nicht, das Radio als Mittel zur Evangelisierung zu nutzen. Er verliebte sich in Christus und sagte zu ihm: Eine Leihgabe: „Gib mir dein Herz .... nicht für den Egoismus, damit alles leicht gelingt und ohne Anstrengung, sondern damit der Wunsch, dich zu lieben nach deinem Maß, zum Guten gereicht.“
So in einem anderen seiner Bücher, „Die Schwalben wissen niemals die Stunde“. Dieser Lolo, voller Unruhe und wanderlustig, wird vom Schmerz heimgesucht. „Dem Anschein nach hat der Schmerz mein Schicksal auf radikale Weise geändert. Ich habe die Hörsäle verlassen, mein Diplom aufgegeben und bin reduziert worden auf die Einsamkeit und auf die Stille. Der Journalist, der ich sein wollte, hat keine weitere Ausbildung erfahren; der kleine Apostel, der ich zu werden träumte, ging nicht weiter in die Stadtviertel; aber mein Ideal und meine Berufung sind mir heute gegenwärtig in einer Fülle, von der ich niemals hätte träumen können.“ So schreibt Lolo in „Briefe mit dem Zeichen des Kreuzes“.
5. Schwerstbehindert
Der Apostel der Katholischen Aktion empfängt von Gott die „Berufung des Kranken“: „Meine Berufung: Schwerstbehinderter“. Seine Behinderung ist derart, dass er Tag um Tag mehr von seiner Beweglichkeit verliert. Sein Körper verwandelt sich in eine gekrümmte Masse schmerzender Knochen, aber nie beklagt er sich oder spricht von sich selber. Als er die Beweglichkeit der rechten Hand verliert, lernt er mit der linken zu schreiben. Als auch diese gelähmt wird, diktiert er in ein Tonbandgerät, und so wird er ein unermüdlicher Schriftsteller und Journalist aus dem Rollstuhl heraus.
6. Schriftsteller und Journalist
Es gibt zwei Anekdoten, die ich nicht vorenthalten möchte. Als Lolo noch seine Finger bewegen konnte, wurde ihm eine Schreibmaschine geschenkt. Was schrieb er als erstes auf ihr? „Herr, danke. Das erste Wort: dein Name; er sei immer die Kraft und die Seele dieser Maschine. Dein Licht und deine Durchsichtigkeit seien immer in den Gedanken und im Herzen derer, die an ihr arbeiten, damit das, was geschaffen wird, edel sei, rein und hoffnungsvoll.“
Und als er die Erlaubnis erhielt, dass an seinem Tisch die Messe gefeiert werden konnte, hatte er diesen Impuls: „Bring´ mir die Schreibmaschine.“ „Warum jetzt? Du bist verrückt!“ „Doch, mach schon, bring´ sie und stell sie unter den Tisch, damit auf diese Weise der Balken des Kreuzes in die Tastatur hineindringt und hier seine Wurzeln schlägt.“
Die Wurzeln! Und wie tief sind sie in sein Leben gewachsen und wieviel Frucht haben sie hervorgebracht!
7. „SINAI“
Von seinem Winkel aus, ohne sich bewegen zu können; aus dem Rollstuhl heraus, wurde Lolo Schriftsteller und Journalist. Darüber hinaus gründete er ein frommes Werk: „Sinai, Gruppen des Gebetes für die Presse“; jeweils 12 Kranke übernehmen, zusammen mit einem kontemplativen Kloster, die „spirituelle Sorge“ für ein konkretes Medium der sozialen Kommunikation. Und so führt Lolo bis zu 300 unheilbar Kranke zusammen und macht ihnen Mut durch eine monatliche Zeitschrift, die er für sie schreibt. Auf diese Weise werden all diese Kranken, die “weder ihre Arme heben noch auf ihren eigenen Füßen gehen können“, zweifelsohne zu christlichen und apostolischen Stützen für die Journalisten – nach dem Vorbild des Mose, der am Sinai mit erhobenen Armen betete, um Isarel zu helfen. Lolo konnte den „Dekalog des Journalisten und „Das Gebet für die Journalisten“ schreiben, weil er ein christlicher Journalist war, unter zweifachem Aspekt: weil er über religiöse Themen sprach, aber mehr noch weil er über alles und jede Sache zu sprechen wusste von der kirchlichen Lehre aus, vom Standpunkt des Glaubens aus: Bergbau und Stadtplanung, Einschulung, Monokultur und Landwirtschaft, Reportagen aus der Stadt oder die Entwicklung des Universums.....
8. Ein Kranker, der täglich arbeitete
Lolo „macht sich“ zum Journalisten uns Schriftsteller. „Ich verdiene mein Brot im Schweiß meines Angesichts“, sagt er beim Empfang eines seiner vielen Literaturpreise. Er schrieb 9 geistliche Bücher, Tagebücher, Essays, einen autobiographischen Roman, und hunderte von Artikeln in der nationalen und örtlichen Presse... Lolo ist ein Arbeiter voller Schmerzen oder ein Kranker der von frühmorgens bis spätabends arbeitet. In seinem Leben verflechten sich die Jahre zu einem einzigen Ganzen, die mühsame Arbeit und die schwere Krankheit. Aber in seinem Leben ist auch die marianische und eucharistische Frömmigkeit lebendig, aus der eine leidenschaftliche Liebe zur Kirche erwächst und ein unermüdliches Apostolat, „ohne den Rollstuhl zu verlassen“.
9. Seine Liebe zur Kirche
In Lolo, so muss man sagen, entwickelte sich Tag für Tag seine Liebe zur Kirche in dem Rhythmus, in dem sich die Tage entfalteten, in denen die Kirche „im Konzil war“. Mit welcher Gier „las“ der schon Erblindete, wenn er die Reportagen und Reflexionen der Väter und der Theologen des II. Vatikanums hörte, und mit welcher Tiefe durchdrang er den konziliaren Geist!
10. Ansteckende Freude
Im Leben von Lolo vertiefte sich das Verständnis des Wertes des Schmerzes, weil er ihn annehmen konnte in Frieden und Freude als Plan Gottes. Deshalb wurde sein tägliches Leben, sein Kontakt mit den Menschen zu einer Ansteckung von Freude. Zu Füßen der Grotte von Lourdes sagte Lolo als kranker Pilger zur Jungfrau: „Ich bringe dir die Freude dar, die heilige Freude“. Und die Jungfrau säte und vervielfachte in Ihm den Samen der Freude und der guten Laune, mit denen er die ansteckte, die sich seinem Rollstuhl näherten.
11. Das Außergewöhnliche in Normalität gelebt
In Lolo entfaltete sich eine Dimension seines Lebens, die sich dadurch auszeichnete, das Außergewöhnliche gewöhnlich erscheinen zu lassen durch die routinemäßige Normalität, mit der er seine leidvolle Wirklichkeit lebte. (Das Außergewöhnliche waren die starken Schmerzen seiner Krankheit; sein Arzt sagte ihm, dass er ein Schwerkranker war der sich einer sehr guten Gesundheit erfreute.) Das Außergewöhnliche an Lolo ist, dass er diese so harte Situation mit offensichtlicher Normalität lebte. Als ob er ein gesunder und starker Mann gewesen wäre. Er war so etwas wie ein Hiob des 20. Jahrhunderts.
12. Der 3. November 1971
Das Leben Lolos erlischt am 3. November 1971. Es war der Tag des Heiligen Martin von Porres, „Bruder Besen“; der Heilige, dessen Heiligkeit gewachsen war in einem Winkel seines Klosters, so wie Lolo sein Leben gelebt hat auf dem Quadratmeter, den sein Behindertenstuhl einnahm. Während ich mit ihm das Vater unser betete und mit ihm die Heiligste María bat: „Bitte für uns Sünder, jetzt und in der Stunde unseres Todes“ – als Priester, der das Glück hatte, ihm 9 Jahre nahe sein zu dürfen -, hörte dieses sein Herz auf zu schlagen, das „nicht in seine Brust passte, wie der Arzt immer sagte, der ihn abhorchte.
12 Jahre vorher, an einem 3. November, schrieb Lolo: Der heutige Tag schmeckt nach einem Bahnsteig, wenn der Zug ankommt und es steigt der Freund aus, den wir lange nicht mehr gesehen haben. Und jetzt bist du da, sitzt an der Seite meines Rollstuhles, und ich legte dir voll Herzlichkeit meinen Arm um die Schulter.... (So schreibt er in seinem Buch „Gott spricht jeden Tag“). Es war der Moment der herzlichen Umarmung mit Gott gekommen, den er geliebt hat und dem er sich, gekreuzigt mit seinem Kreuz einer langen und schweren Krankheit, als Freund übergeben hat.
Die, die ihn in seinem Leben gekannt haben – heute ist sein 31. Todestag – haben sein Erbe gesammelt. Sie haben seine geschriebene Werke neu herausgegeben und haben eine kirchenrechtliche Vereinigung gegründet, die seine Heiligsprechung fördert. Seine franziskanische Einfachheit in Betracht ziehend, schaut und lächelt er jetzt vielleicht vom Himmel aus mit guter Laune. Der Bischof von Jaen, Don Santiago García Aracil, hat 1994-1995 das diözesane Verfahren der Kanonisierung eröffnet und abgeschlossen. Die POSITIO über Leben und hervorragende Tugenden des Gottesknechtes „Lolo“ wurde durch die Kongregation für die Heiligsprechungen veröffentlicht.
Es scheint so, dass sogar Gott in dieser Aufgabe gegenwärtig ist, denn in dieser Kongregation des Vatikans liegt die gedruckte Dokumentation zu einem möglichen Wunder vor, das Lolo zugeschrieben wird (Jahr 2000).
Lolo, der Welt zugewandt, junges Mitgleid der Katholischen Aktion, christlicher Schriftsteller und Journalist, von einer tiefen marianischen und eucharistischen Spiritualität, liebender Sohn der Kirche, froh inmitten von Schmerzen, Gesandter und Berater .......! Das ist seine Visistenkarte! Wird er zu „den Ehren Berninis“ aufsteigen können über eine Rampe im Rollstuhl?
Messe im Haus Manolos
(José Luis Martín Descalzo)
Dieser Brief ist nicht wie alle anderen.
Er ist nicht mit der Post gekommen und brauchte auch keine Freimarke.
Es ist ein so besonderer Brief, dass ich euch bis heute Vor-und Nachnamen dessen gebe, dessen Unterschrift er trägt.
Denn es ist jemand, der uns vor einigen Monaten verlassen hat, und fast könnte ich sagen, dass mich der Brief aus „der anderen Welt“ erreicht.
Es ist einfaches Tonpapier.
Auf einer Seite berichtet er, dass MANUEL LOZANO GARRIDO nach langen Jahren der Krankheit jetzt endgültig ruht.
Auf der anderen Seite steht ein sehr kurzer Brief: Es sind nur sechs Zeilen, die die letze Botschaft Manolos an alle seine Freunde beinhalten:
Freunde,
Für eine Zeit lang werden wir uns nicht mehr sehen;
ich gehe voraus zur Begegnung mit dem Vater;
Ich danke euch, dass ihr meinem Tod nahe wart,
so wie ihr meinem Rollstuhl nahe wart.
Ich gehöre euch weiterhin, und ich erneurere euch meine Gegenwart in der Freude.
Stadt Lucy
Und denkt daran: Alles ist Gnade“
Diese Worte trafen mich in meiner Seele wie ein Schlag, wie ein Schlag voller Licht.
Ich spürte Schwindel.
Es gibt nichts tieferes, als eine Seele, die den Glauben wirklich ernst nimmt.
Allein im Glauben kann man vom Tod mit dieser erstaunlichen Gelassenheit reden: ohne Rhetorik, frei von aller Literarität, so wie man eben nur am Rande des Lebens schreiben kann.
Denn Manolo ist bereits viele Jahre dabei zu sterben.
Im Jahre vierzig begann ein .... fortschreitender Gelenkrheumatismus immer mehr Bereiche seines Lebens an den Rand zu drängen, so weit, bis er gänzlich gelähmt und blind war.
Aber aus seinem Rollstuhl heraus schrieb und veröffentlichte er neue Bücher, hunderte von Artikeln und Erzählungen; Er gründete und leitete sogar eine Zeitschrift für Kranke.
Ich lernte ihn kennen, als er bereits völlig gelähmt war.
Ich lüge. Es blieb ihm noch eine Bewegung.
Sein Daumen konnte die Fernbedienung eines Tonbandes bedienen, worauf er seine Bücher und Gedanken diktierte, die später Lucy, seine Schwester und Sekretärin, seine zweite Seele, für die Veröffentlichung.auf Papier übertrug
Ich erinnere mich, dass, als ich in sein Zimmer eintrat und sagte: „Hallo Manolo!“, er mir antwortete: „Diese Stimme kenne ich.“ Und tatsächlich hatte er eine meiner Predigten gehört, die drei Jahre früher im Radio übertragen worden war.
Aber Manolo war ein lebendiges Archiv für alles: Für Stimmen, Ideen, Gedanken... Sein außerordentliches Gedächtnis klassifizierte alles. Er rezitierte mir Fragmente eines meine Artikel, der acht Jahre vorher veröffentlicht worden war, und an dessen Existenz ich mich nicht einmal erinnerte. Und in seiner Blindheit war es, als ob er in seinem Inneren alles fotografiert hätte, was er in den Jahren des Lichtes gesehen hatte.
Er sagte zu seiner Schwester: „suche in dem Ordner Nummer vier; etwa in der Mitte gibt es einen dreispaltigen Artikel aus „YA“, wo vom Tod Johannes XXIII geredet wird.“
Er war einfach beeindruckend! Aber er war es vor allem durch seine Freude, die einem Gänsehaut bereitete.
Ganz sicher, für ihn war Gott keine Erzählung. Glauben und Christsein waren für ihn keine sekundären Attribute. Es war für ihn sein Beruf. Er widmete sich ganz dem Christsein. Seine Widmung war der Glaube. Und logischerweise war er fröhlich.
Die Lähmung hatte seine Seele nicht eingeschlossen. Im Gegenteil. Wie sehr interessierte er sich für die Welt! Mit welcher Leidenschaft verfolgte er den Gang des Lebens der Kirche! Wie tief verstand er ihre Krisen, und wie wenig erschreckte er sich davor. Er war ein Profi der Hoffnung!
An diesem Morgen war ich in sein Dorf Linares gekommen, um einen Vortrag zu halten. Ich feierte in seinem Haus die Messe, in dem kleinen Zimmer, in dem er sein ganzes Leben verbrachte. Der Altar passte kaum zwischen das Bett und den Rollstuhl.
Er saß vor mir schon zum Skelett abgemagert; (wenn man die Hand auf seine Schulter legte, berührte man die Knochen).
Und er antwortete auf meine liturgischen Worte mit dem Jubel eines jungen Seminaristen. Ich schämte mich fast, dass ich es war, der die Messe feierte, weil mir Manolo mehr als Priester vorkam als ich, vor allem mehr als Opfer.
Ich dachte, dass es in dieser Messe zwei Priester und zwei Opfer gab. Christus war in dem Brot, das ich gerade geweiht hatte. Er war auch in diesem durch dreißig Jahre glücklichen Leids ausgezehrten Körper.
Und jetzt empfange ich die Karte, die mir von seinem Tod spricht.
Für eine Zeit lang werden wir uns nicht mehr sehen;
ich gehe voraus zur Begegnung mit dem Vater;
... ich erneurere euch meine Gegenwart in der Freude.
... denkt daran: Alles ist Gnade“
Ja, Manolo, für dich war das Sterben nichts als der Begegnung mit dem Vater entgegenzugehen. Es war, dich ein wenig zu entfernen, einen Steinwurf weit von deinen Freunden, die du wiedersehen wirst direkt hinter dem Tod. Deine Verabredung mit uns in der Freude (Du schreibst „Freude“ in Großbuchstaben) ist keine Verabredung der Trennung.
Für dich war die Freude eine Person, sie war Christus. Du hattest so tief die sichere Gelassenheit in dich aufgenommen, dieses „Alles ist Gnade“, dass es für dich wie ein Geschenk wurde, ohne Körper zu leben und ohne Augen zu sehen.
Dein freudiger Tod war für mich sehr wichtig: Denn er ist in einem Augenblick gekommen, wo wir, die wir glauben, dass wir die Kirche aufbauen, voller Polemik und Spannungen leben.
Währende wir diskutierten, vertieftest du.
Während wir bitter wurden, hast du nie aufgehört, uns in der Freude rufen.
Während viele zweifeln und sogar um die Zukunft des Glaubens und der Kirche fürchten, wusstest du, und wiederholtest: „Alles ist Gnade“.
Wirklich, Manolo, „ALLES IST GNADE“
Dein Leben war für mich Gnade, der Tag, als ich in deinem Haus Messe feierte. Dein Tod ist für mich eine weitere leuchtende Gnade gewesen, in diesen Jahren, in denen wir uns darin verstocken das dunkel zu sehen, was Christus uns täglich mit so viel Licht schenkt.
Preise und Auszeichnungen Manuel Lozano Garridos „Lolo“
1962 Preis Blumenspiele der Stadt Cazorla (Jaén)
1963 Preis “Feijoó“ Spanische Vereinigung für den Fortschritt der Wissenschaften
1964-1968 Stipendium der Literatur der Stiftung Juan March
1967 Im Auswahlverfahren für den Nadal-Preis (Die Sterne sieht man in der Nacht)
1967 Im Finale Gewinner des Preises Gabriel Miró mit dem Märchen „Die Ameisen“
1967 Preis der Stadt Villajoyosa mit dem Märchen „Die Falle“
1968 auf den Karmel, „Reportage vom Gipfel“
1969 Der goldene Olivenbaum, literarischer Preis „Dichter von Jaén“
1969 Stadt Salamanca. Mit dem Märchen „Die Medalle“ in der Auswahl
1969 Dritter Preis Aleneo Valladolid „Der nackte Baum“
1969 Ernennung zum Ehrenbürger von Linares, seiner Geburtsstadt
1970 Widmung einer Straße mit seinem Namen in Linares
1970 Ehrenbürger des Institutes „Estudios Giennenses“
1970 Preis der Stadt Quesada in Jaen
1971 Erster nationaler „Premio Bravo“ der Journalistik (Bischofskonf.)
1973 Stadt La Felguera. Mit dem Märchen „La Corta“ (posthum)
1978 Stadtverwaltung von Linares. Gedenkstein im Haus seines Todes
1996 Stadtverwaltung von Linares. Gedenkstein im Geburtshaus
1996 Preis der Eintracht „Olavidia“ (posthum)
Biographische Gegebenheiten von Manuel Lozano Garrido „Lolo“
1920 Am 9. August wird er in Linares geboren.
1931 Eintritt in die Katholische Aktion.
1040 Er schreibt sein erster Artikel.
1942 Beginn der Krankheit.
1944 Völlige Invidalität, gefesselt am Rollstuhl
1958 Er gründet die SINAI, Zeitschrift für Kranken
1961 Bis 1971 hat er 9 Bücher veröffentlicht.
1964 Eintritt in die ONCE.
1971 Am 3. November stirbt er in Linares.
1994 Am 5. November fängt der Diözesanprozeß der Seligsprechung an.
1996 Am 26. April Eröffnung des Seligsprechungsprozesses in Rom.
1996 Am 17. Oktober wird die sterbliche Hülle vom Friedhof zur Kirche Santa Maria de Linares übergebracht.
1998 Am 2. März wird das Gültigkeitsdekret in Rom promulgiert.
2000 Am 21. Januar diözesane Eröffnung über ein „Mögliches Wunder“, das der Fürsprache von Lolo zugeschrieben wird.
2000 Am 14. April Schliessung des diözesanen Prozesses zum „Möglichen Wunder“.
2000 Am 3. Juni Gültigkeitsdekret in der „Kongregation für die Heiligsprechungen“ in Rom über ein „Mögliches Wunder“.
Vereinigung von Freunden “Lolos”
Manuel Lozano Garrido
Apdo. 208 – 23700 Linares
Für die Vereinigung zur Förderung der Heiligsprechung
Vorstand der Vereinigung, Apartado 208, Tel, 0034 953 692408
23700 Linares (Spanien)
E-Mail: amigoslolos@telefonica.net / www. amigosdelolo.com
Rafael Higueras Alamo,
Dechant der Kathedrale von Jaén
Linares, Octubre de 2006